so gesehen. Und Sie? Mal im Ernst: wenn Sie an Jugendliche denken, fällt es Ihnen nicht auch ins Auge, dass es scheinbar nur saufende, gewalttätige, Gewaltvideo spielende, provozierende und laute Halbstarke mit ausgeprägten Bildungslücken gibt, über die berichtet wird? Dazu diese „Bum-bum Gangsterrapper Musik“, furchtbaren Kniekehlenhosen oder Bauchfreileibchen, gepaart mit einer schnodderigen unkultivierten Sprache? Oder haben Sie Jugendliche vor Augen, die motiviert, engagiert, kreativ, hilfsbereit, sportlich, experimentierfreudig, musikalisch, mobil, vernetzt, spontan, besorgt um die Zukunft, gewaltfrei, höflich, witzig, oder schlicht eine Bereicherung sind? Einige Erwachsene haben mitunter große Unsicherheiten z. B. in Bezug auf das jugendtypische Auftreten von Pubertierenden. Nicht selten verursacht das (Fehl-)verhalten einzelner Jugendlicher bei Erwachsenen ein Zerrbild über eine ganze Generation. Einen guten Indikator dafür erkennt man z.B. in der ehrenamtlichen Arbeit. Findet man in der Arbeit mit Kindern gerade noch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, so ist dies in der Jugendarbeit sehr viel schwieriger. Aus der Beobachtung der Jugendpfleger heraus verhalten sich drei viertel der Jugendlichen vollkommen normal, unauffällig und altersgemäß. Sie absolvieren ihre Schullaufbahn, gehen unterschiedlichen Hobbys nach und engagieren sich vielfach in ihrem sozialen Umfeld. Lediglich ein viertel aller Jugendlichen fällt negativ auf. Die allgemeine Berichterstattung und das für Erwachsene mitunter lässig respektlose Auftreten von Jugendlichen sind es, die der allgemeinen Öffentlichkeit die Generation der Jugendlichen jedoch eher negativ wahrnehmen lässt. Zu diesem Thema hielt Hans Peter Schäfer, auf der Auftaktveranstaltung des Aktionsmonats am 21 April, einen Vortrag, den >„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Stimmt das? Nun, der große Philosoph Sokrates hat dies zu seiner Zeit (470 – 399 v. Chr.)
