Eröffnung des Aktionsmonats Generation Jugend im Kreis Aachen
Eröffnung des Aktionsmonats Generation Jugend im Kreis Aachen.
Sie gehen in ein Kaffeehaus um zu entspannen - und wie es so geht, Sie kriegen das Gespräch am Nebentisch, wo zwei Herren sitzen mit. Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und hat keinen Respekt vor der Autorität. Sie legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer! sagt einer der beiden und der andere scheint noch eins drauf zu setzen: Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und überhaupt entsetzlich anzusehen!
Sie fragen sich: Sind die jungen Leute wirklich so schlimm? - Seien Sie unbesorgt, diesen Reden müssen nicht notwendig eigene Erfahrungen mit Jugendlichen zu Grunde liegen es könnte auch sein, dass es sich bei den Tischnachbarn um Altphilologen handelt, die sich gegenseitig ihre profunden Literaturkenntnisse beweisen wollen. Denn das erste Zitat stammt von Sokrates (470 399 v.Chr.) und das zweite von Aristoteles (384 322 v. Chr.). Wenn es nur mal angenommen - im Athen des Sokrates einen Projektmonat zur Generation Jugend gegeben hat, könnte es sein, dass das Impulsreferat zur Eröffnung mit der
Feststellung begonnen hat:
Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe! Die Reaktion wäre vermutlich ähnlich gewesen wie Ihre Reaktion heute, wenn der Redner dann augenzwinkernd darauf hingewiesen hätte, dass dieses Zitat einem Keilschrifttext aus Ur in Chaldäa entstamme, der etwa 1500 Jahr alt sei dh. von heute aus betrachtet also ca. 4000 Jahre alt ist Das Thema des Aktionsmonats Generation Jugend ist also keineswegs neu! Auch im Mittelalter hörte das Gejammer über die Jugend nicht auf. In Dietrich von Bern - einem Heldenepos aus dem 13. Jahrhundert - wird beispielsweise gefragt, ob denn die Jugend etwas anderes könne als den Becher schwingen. Und Vincent de Beauvais stellt 1250 fest:
Wenn der Knabe ins Jünglingsalter tritt, so hat er - weil dieses Alter leicht dem Bösen zuneigt - den Zügel der Zucht nötig! Der Autor sieht es offenbar ähnlich wie schon Plutarch (etwa 50 125 n. Chr), der schreibt: Auf ihrem Höhepunkt kennt die Jugend nur die Verschwendung, ist leidenschaftlich dem Tanz ergeben und bedarf somit wirklich eines Zügels. Wer dieses Alter nicht nachdrücklich unter seiner Aufsicht hält, gibt unmerklich der Torheit die beste Gelegenheit zu bösen Streichen.
Zu denen gehören Unmäßigkeit im Essen, sich vergreifen am Geld des Vaters, Würfelspiel, Schmausereien, Saufgelage, Liebeshändel mit jungen Mädchen und Schändung verheirateter Frauen. Angesichts dieses Befundes empfiehlt Plutarch übrigens als Erziehungsmaßnahme: Hoffnung auf Ehre und Furcht vor Strafe diejenigen aber, die gegen alle tadelnden Vorstellungen taub sind, muss man durch das Joch der Ehe zu fesseln versuchen.
Ein frommer Mönch klagt im Jahr 1274:
Die Welt macht schlimme Zeiten durch! Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüssten Sie alles und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausrucksweise, in ihrem Benehmen und in ihrer Kleidung.
Regierungsamtlich wird es 1852 in einem offiziellen Bericht da wird lapidar festgestellt: Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, dass bei der Schuljugend die früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen mehr und mehr verschwinden. Wenn wir heutzutage eventuell anwesende Vertreter der schreibenden Zunft bitte ich um Nachsicht - die Zeitung aufschlagen, lesen wir nur etwas reißerischer formuliert immer noch das gleiche Lamento. Was ist also los?
Jung Sein bedeutet offenbar immer schon zum Schrecken der Erwachsenen Anders sein. Dabei ist es eigentlich eine Binsenweisheit, die offenbar immer wieder in Vergessenheit gerät, dass Jugend notwendig anders sein muss als die Alten. Übrigens: manche, die sich heute über die missratene Jugend von heute ereifern, haben sich als Jugendliche (in der Tradition der Jugendbewegung) auf den Weg aus grauer Städte Mauern gemacht und dabei Lieder geschmettert wie: Lass doch der Jugend ihren Lauf!. Das Anders Sein der Jugend , das sich immer wieder in neuen Formen Ausdruck verschafft und sich in immer neuen Sozialformen niederschlägt, erregt offenbar immer neu das meist uneingestandene Misstrauen der Erwachsenenwelt. Dabei ist dieses Anders Sein im wortwörtlichen Sinn Not-wendig.
Um erwachsen zu werden müssen junge Menschen sich von der Vertrautheit und Sicherheit eingespielter und oftmals zur Routine erstarrter Sozialverhältnisse mit ihren nicht hinterfragten, Strukturen, Selbstverständlichkeiten, Beziehungsmustern und Werten lösen. Die Ablösung von überkommenen Mustern, das Verlassen der alten Pfade geht einher mit dem selbständigen Betreten neuer Erfahrungs- und Erlebnisräume mit Differenzierungs- und Abgrenzungsbestrebungen, die das Erleben von Besonderheit und darin die Entdeckung der eigenen Person als selbständiges Ich erst möglich machen. Zur Jugend gehört notwendig eine gewisse zuweilen provokative Anti-Haltung gegen die Welt der Erwachsenen und deren Kultur. Spätestens seit der Entstehung moderner Gesellschaften führt dies zur Entstehung von typisch jugendlichen Sonderwelten mit jeweils eigenen normativen, ideellen und vor allem ästhetischen Leitvorstellungen, die sich in spezifischen Lebensgefühlen und Lebensstilen den so genannten Jugend(sub)kulturen niederschlagen..
Diese jugendlichen Lebensformen werden zuweilen ideologisch unterfüttert mit utopischen Vorstellungen vom gerechteren, besseren Leben. Gerade dieser utopische Aspekt führt häufig dazu, dass die Erwachsenen darin eine Bedrohung der etablierten Ordnung sehen und die entsprechenden Handlungs- und Verhaltensmuster als abweichendes Verhalten abqualifizieren. Das galt schon für die klassischen Jugendbewegungen wie die bündische Jugend oder den Wandervogel und trifft auch für die Jugendsubkulturen der Nachkriegszeit die sogenannten Halbstarken, die Rocker, die Hippies oder die Punks um nur einige zu nennen.
Und doch: Wenn mich nicht alles täuscht, hat sich inzwischen etwas gravierendes verändert: In meiner Jugend genügte es, wenn wir unsere Musik hörten um zu zeigen: Wir sind anders! Wenn die Erwachsenen dann von Krach oder Negermusik sprachen, war völlig klar, die habens nicht kapiert, die sind bestenfalls von vorgestern!
Heutige Jugendliche haben es da deutlich schwerer. Sie müssen damit rechnen, wenn sie ein Konzert ihrer Lieblingsband besuchen, den eigenen Eltern über den Weg zu laufen. Es fällt schwer, überhaupt noch eine fest gefügte Welt zu identifizieren, gegen die man sich abgrenzen könnte bzw. gegen die sich eine Abgrenzung überhaupt lohnt. Die Eltern der Nach-68er Generation gestehen ihren Kindern Freiräume zu, um die sie selber noch kämpfen mussten. Gegen die Eltern anrennen scheint oftmals ein Anrennen gegen eine wattierte extrem nachgiebige Schaumstoffwand. (Möglicherweise hat das Spielen mit rechtsextremen, elitären oder demokratiekritschen Denkfiguren etwa aus dem Kontext der konservativen Revolution eine Wurzel in diesem Sachverhalt: Aufgrund des immens gewachsenen Toleranzspielraums, den die Erwachsenen der Jugend zugestehen wird das Toleranzgebot der pluralistischen Gesellschaft selbst zu einem gesellschaftlichen Tabu, gegen das man angehen kann um Differenz zu markieren.)
Abgrenzung erhält eine andere Stoßrichtung: We are different! heißt nicht mehr ausschließlich ja nicht einmal mehr in erster Linie anders als die Eltern sondern zunehmend anders als die anderen Jugendlichen. Jugendliche Identität wird heutzutage oft genug in Konfrontation mit Gleichaltrigen konstruiert. Jugend zerfällt heute in konkurrierende Teile, deren Gegenüber nicht mehr die Gesellschaft ist, sondern Jugendliche, die einen anderen Lebensstil praktizieren und andere ästhetische Vorlieben haben. Technos, Hip-Hopper, Treckies, Mounainbiker, Metal-Freaks, Hacker, Grufties, Gothics,
. markieren unterschiedliche ästhetische Traditionen, entwickeln unterschiedliche Regelwerke und grenzen sich nicht zuletzt durch unterschiedliche Kleidung, Inszenierung des Körpers und unterschiedliche Symbole voneinander ab. Der Style-War ist in vollem Gange.
Aus dem Ruf nach Freiheit, der sich an die Gesellschaft richtete, wird zunehmend der Ruf nach Freiraum der es möglich macht, je eigene ästhetische Vorstellungen im Kreis Gleichgesinnter in der Gesellschaft zu verwirklichen. Die Gesellschaft ist nicht mehr das Gegenüber sondern wird zur notwendigen Bühne, auf der diese verschiedenen Inszenierungen des Stücks Generation Jugend nebeneinander gespielt werden. ´Konkurrierende Jugendszenen treten an die Stelle einer mehr oder minder einheitlichen Jugend(sub)kultur. Szenen sind lockere soziale Gefüge von Menschen, die bestimmte Formen der Selbstinszenierung teilen und diese interaktiv stabilisieren und weiterentwickeln. Dazu bedarf es typischer Orte und typischer Zeiten an denen und zu denen man sich trifft, miteinander kommuniziert und interagiert. Diesem Aspekt möchte ich abschließend ein wenig nachgehen.
Szenen sind ästhetisch orientierte Netzwerke Szenen setzen sich zumeist aus lokal verortbaren Gruppen mit ähnlichen Inszenierungen und Geschmacksvorlieben zusammen, die sich zu anderen Gruppen mit gleichartigen Vorlieben öffnen. Ich denke hier an Musik, Tanzstile, Kleidung, Design, Körperstyling, Freizeitvorlieben,
So existieren an verschiedenen Orten vergleichbare Szenen, die zueinander in Beziehung stehen. Die Techno-Welt in Aachen sieht bezogen auf die zu Grunde liegende Ästhetik- kaum anders als die in Köln oder Berlin..
Szenen sind thematisch fokussierte Netzwerke
Jede Szene hat ein zentrales Thema, das die Szenegänger eint. Ganz oft ist es eine bestimmte Musikrichtung, aber auch eine Sportart, ein bestimmtes Spiel, bestimmte Konsumgegenstände oder Stilpakete, bestimmte religiöse oder weltanschauliche Orientierungen angesagte Dinge eben können zum Ausgangspunkt von Szenen werden. Sie entwickeln dann besondere Rituale und nur für die Szenegänger verstehbare Symbole und Codes. Man trägt - wenn man dazu gehört - beispielsweise genau diese Kappe auf genau diese Weise oder verwendet beim SMSsen ganz bestimmte Kürzel, und wird so von den anderen als dazu gehörig erkannt.
Szenen sind relativ unstrukturiert und labil
Ein wesentliches Merkmal von Szenen ist deren nur temporäre Existenz. Die Zugehörigkeitsbedingungen sind offener und die Wahrheitsansprüche unverbindlicher und diffuser als bei anderen Gesellungsformen etwa Vereinen oder Verbänden. Es gibt keine Mitgliedschaft, kein Bekenntnis, keine Unterwerfung unter ein Regelwerk. Das bedeutet die Handlungsanweisungen der Szene sind jenseits der jeweiligen Situation unverbindlich. Die Autorität einer Szene ist daher sehr gering, sie bietet nur kurzfristig und sehr bedingt die Illusion von Relevanz und die Verallgemeinerbarkeit von szenetypischen Urteilen über das Richtige ist äußerst gering. Vermutlich ist dies eine Ursache dafür, dass manche Jugendliche außerhalb ihrer jeweiligen Szene scheinbar völlig anders ticken.
Szenen sind kommunikativ und interaktiv
Weil Szenen in dem beschriebenen Sinn unstrukturiert sind bedarf es der ständigen kommunikativen Vergewisserung. Die gemeinsamen Interessen müssen immer neu erzeugt werden. Erst wenn sich die Szene inszeniert, indem sie szenetypische Symbole gebraucht und Handlungen setzt, wird die Szene real. Diese Inszenierungen sind aber per definition immer an bestimmte Räume und Zeiten gebunden. Mit anderen Worten: Die normativen Vorgaben der Szene, ja die Szene selbst existieren nur wenn und solange die Szene-Mitglieder kommunizieren und interagieren.
Szenen werden von einer Organisationselite vorstrukturiert
Trotzdem sind Szenen nicht völlig homogen, struktur- und hierarchielos sondern sie werden gewissermaßen hergestellt - etwa indem langjährige Szenegänger entsprechende Veranstaltungen anregen oder organisieren. Diese Organisationselite bestimmt zumeist die Inhalte und gibt Themen vor. Als Beispiel sei einerseits auf die Loveparade verwiesen aber auch manches, was sich im Kontext Fußball-WM 2006 abgespielt hat passt in dieses Schema oder Conventions bei denen Mangafans als Mangafiguren verkleidet sich zum Cosplay treffen,
Szenen werden von einer Reflektionselite mit Sinn versehen
Oftmals werden die aktuellen Trends in programmatischen Schriften oder Reden nach innen wie nach außen mit Sinn unterlegt. Die Fan-Zines sind da ein Beispiel. Wobei die Szenen sich diesbezüglich sowohl in der Quantität als auch in der Qualität sehr unterscheiden. Während die Gothic-Szene, die sich selbst als intellektuelle Elite sieht und definiert - sie rekrutiert ihre Mitglieder vor allem aus Gymnasiasten und Studierenden (zumeist aus den pädagogischen und sozialwissenschaftlichen Studiengängen) - diesbezüglich ausgesprochen produktiv ist, kommt dem Aspekt Reflektion des eigenen Tuns als Szenegänger in der Techno-Szene allenfalls marginale Bedeutung - als den Spaßfaktor steigerndes Beiwerk - zu.
Szenen sind exklusiv und reklamieren Einzigartigkeit
Die Bedeutung der Szene liegt für den Szenegänger in dem Anspruch der Exklusivität und Einzigartigkeit. Die Abgrenzung von den Anderen ist wesentlicher Bestandteil. Techno-Freaks sehen in den Grufties allenfalls depressive Hirnies während sie gewissermaßen im Gegenzug von diesen als hirnlose Hedonisten abqualifiziert werden. Anders-Sein und Erfahrbarmachen der Unterschiede wird unter den Bedingungen des anything goesimmer schwieriger wie sich beim European Song Contest 2006 mit dem Titelgewinn durch Lordi zeigte. Dennoch gilt gerade im Hinblick auf die Musikvorlieben, dass zwischen den verschiedenen Stilrichtungen oft genug unüberwindbare Ekelschranken bestehen. Wenn es nicht die Musik selber ist, mit der man provoziert oder Grenzen markiert, sind es die Texte sei es aus dem Bereich rechtsextremer Positionen oder abartiger sexueller Praktiken zumeist aus dem SM-Bereich mit denen populäre Musik aufgeladen wird oder entsprechende (Selbst-)Darstellungen in Musikvideos die derartiges in Szene setzen.
Szenen konstituieren sich im Event
Jede Gesellungsform bedarf eigener typischer Veranstaltungsformen. Diese sind notwendig damit sich die Mitglieder treffen können um ihr Dazugehören auch sinnlich zu erfahren. Die entsprechende Veranstaltung bezeichnen wir im Bereich der Szenen als Event. Events versprechen das totale Erlebnis. Sie fassen zumeist perfekt organisiert verschiedene Erlebnisinhalte gewissermaßen zu einem Gesamtkunstwerk zusammen. Zentrales Kriterium ist die Ästhetik. Ein Event der Techno-Szene etwa die Love-Parade unterscheidet sich eben in der ästhetischen Gestaltung wesentlich vom Wacken der Metal-Szene oder einer Treckie-Convention oder auch einem Magic-Circle. Plakativ formuliert: Ohne Szene kein Event ohne Event keine Szene! Ich bin davon überzeugt, dass Jugendszenen in ihrem Einfluss und in ihrer Bedeutsamkeit für die junge Generation kaum zu überschätzen sind. Mit ihren vor allem musikalischen, aber auch weltanschauliche und ästhetischen Inhalten und Formgebungen bestimmen sie das Lebensgefühl und den Lebensstil der Jugend. Sie setzen innovative kulturelle Trends, die in ihren Auswirkungen weit über jeweilige Szene hinausgehen. Deswegen wendet die Industrie erhebliche Mittel auf um diese Trends aufzuspüren und dann zu vermarkten. Denn auch Menschen, die sich selbst nicht einer spezifischen Szene zuordnen, orientieren sich in ihren Lebensstilen häufig an bestimmten Szeneinhalten und Ausdruckformen. Es geht dabei nicht um die Frage: Was ist gut was ist schlecht? sondern Was gefällt? Waren die Lebenswelten noch zu meiner Kindheit territorial und moralisch kodiert nach dem Schema Wo kommst du her? bzw. Was glaubst du? - sind es heute Geschmacksvorlieben, die Milieugrenzen markieren.
Es wäre fatal, die sozialintegrative und identitätsstiftende Bedeutung der Szenen ihres offenen und zuweilen labilen Charakters wegen zu unterschätzen. Mir scheint Jugendszenen nehmen explizit Bildungsfunktionen wahr:
Sie stellen Räume zur Verfügung, in denen sich das Verlangen nach Differenzerfahrung und Widerständigkeit niederschlagen kann.
Sie bieten besonders im Rahmen von Events die Möglichkeit enthusiastisch-ekstatischer Grenzerfahrungen, die für die Ausbildung und Konturierung des Ich-Bewusstseins unerlässlich sind.
Sie bieten wenn auch wie beschrieben nur zeitlich begrenzt relative Sicherheit und Gewissheit und eine Entlastung von Fragen wie Wohin soll ich mich wenden? Wer bin ich eigentlich? oder zumindest Wer könnte, wer möchte ich sein?
Sie setzen der oft kalten Realität einer rational durchgestylten Alltagswelt die Möglichkeit entgegen zumindest für den Moment eine Wiederverzauberung zu erfahren, Sinn, Gefühl, Wärme, Dazugehören, Authentizität zu erfahren.
Es wäre denke ich viel gewonnen, wenn der Aktionsmonat Generation Jugend dazu beiträgt, im Kreis Aachen Spielräume bereit zu stellen wo Jugendliche sich in Szene setzen können, ohne dass es gleich heißt, dass sie aus der Rolle fallen. Denn Anders Sein gehört wie wir eingangs gesehen haben notwendig zum Jung Sein dazu. Wir sollten die Jugendlichen darin bestärken, selbst auf die Gefahr hin, dass die eingangs erwähnten Altphilologen zu dem Ergebnis kommen: Sokrates und Aristoteles hatten Recht!