Ruth Richter sagt:

Ich erhebe meine Stimme für die „heutige“ Jugend!

Spielplätze, Krabbelgruppen, Ferienspiele und Abenteuerangebote, all das gibt es für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter. Eltern machen sich dafür stark, dass es solche Angebote für ihre Kinder gibt.

Für Jugendliche machen sich nur noch wenige stark. Die können sich ja selber drum kümmern. Die sind für sich selbst verantwortlich und wollen unsere Hilfe nicht. Die wollen auch nur rumhängen und hören nicht zu. Außerdem wissen die einen Einsatz nicht zu schätzen. So höre ich in meinem Bekanntenkreis die allgemeine Meinung.

Meine Erfahrung ist da eine andere.

Jugendliche brauchen Anerkennung und müssen ernst genommen werden. Auch sie brauchen Zuwendung, Anleitung und Unterstützung. Aber nicht mehr so wie ein Kleinkind, sondern in der für sie passenden Art.

Als meine Söhne noch an der weiter führenden Schule waren, haben wir das „coole Frühstück“ eingeführt. Einmal in der Woche finden sich Mütter, die gesunde, vollwertige herzhafte und süße Frühstückangebote vorbereiten und verkaufen. Trotz aller Unkenrufe (wegen gesund und so) ist dieses Angebot von Anfang an hervorragend angenommen worden. Die Jugendlichen wissen diesen Einsatz zu schätzen und sind stolz darauf, dass sich Erwachsene extra für sie Zeit nehmen um ihnen etwas Gutes zu tun.

Bei meinen zahlreichen Einsätzen als Teamtrainerin in Schulklassen und Jugendgruppen, draußen wie drinnen, ist es so, dass es zu Anfang eine kritische Haltung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen gibt. Wenn sie aber erfahren, dass die Aktion gut ist und Spaß macht, den Teamgeist fördert, neue Erfahrungen sammeln lässt, dann machen sie mit. Und ist es nicht das, was wir uns immer wünschen, kritische Menschen, die ihre eigene Meinung haben und nicht blind alles nachmachen was gerade in ist.

Da wo ich Jugend erlebe bewegt sich etwas. Sei es im Jugendverband, z.B. der Pfadfinderinnenschaft St. Georg, sei es im Jugendhaus Rott, im offenen Treff oder bei einzelnen Aktionen. Aber auch in der Schule, z.B. bei der Planung und Durchführung der Abschlussfeten. Manchmal ist es uns Erwachsenen nur nicht perfekt genug, es ist nicht das was wir erwartet hätten. Wir hätten es anders gemacht. Im Einsatz für Kinder, entscheiden Erwachsene was gemacht werden soll.

In der Jugendarbeit ist es aber wichtig gemeinsam den Weg zu gehen und den Jugendlichen Unterstützung oder Anleitung anzubieten. Bei aller Selbstständigkeit, die Jugendliche für sich einfordern, brauchen sie trotzdem die Möglichkeit zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Und dafür brauchen sie uns.

Wir sind es, die Grenzen setzen müssen und diese auch einhalten müssen. Es ist kein Kavaliersdelikt Alkohol an Minderjährige auszugeben nur um das Geschäft zu machen, oder Alkohol bei Feten zu akzeptieren, nur um den unbequemen Diskussionen aus dem Weg zu gehen.  Es ist illegal, Musik, Programme oder Spiele illegal aus dem Netz zu ziehen, auch für Erwachsene. Wenn wir nicht zeigen, dass es Regeln gibt, an die sich alle halten müssen, wir auch, welche Vorbilder sollen es denn dann vorleben?

Es gibt einen Spruch in der Pädagogik, der viel Wahres sagt:

„Wir brauchen unsere Kinder nicht zu erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“

In diesem Sinne, seien wir ihnen gutes Vorbild und helfende Hand

Ruth Richter
Sozialmanagerin / Dipl.-Naturführerin

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